Intensivpsychotherapie – Informationen für Einweiser

Intensivpsychotherapie

 

Kompaktes Psychotherapie-Paket
ohne Klinikcharakter

 

Intensivpsychotherapie als qualitativ hochwertige,
wissenschaftlich fundierte Psychotherapie
mit kombinierter Gruppen- sowie Einzelbehandlung
innerhalb von zwei Wochen.

Hintergrund

Die Nachfrage nach ambulanter sowie stationärer psychotherapeutischer Behandlung steigt weiterhin an. Mangelnde Kapazitäten führen zu langen Wartezeiten auf einen adäquaten Therapieplatz. Arbeitsunfähigkeit, Frühberentung und hohe Behandlungs- und Folgekosten in Folge psychischer Erkrankungen nehmen laut Gutachten des Sachverständigenrates 2018 zu.

Daher wird seitens der Gesundheitspolitik der Ausbau ambulanter, intensiver Angebote gefordert, die eine Zwischenstellung zwischen der regulären ambulanten Versorgung und dem stationären Sektor einnehmen. Eine derartige Anforderung versucht unser innovatives Intensivpsychotherapie-Konzept zu erfüllen. Lange, behandlungsbedingte Ausfallzeiten und letztlich Chronizität sollen so vermieden werden.

Wissenschaftliche Untersuchungen (vgl. Wendler, Eberle, Hierhager, Mong & Zaudig, 2019; Manuscript submitted for publication) haben gezeigt, dass den Patienten mit einem intensivpsychotherapeutischen Konzept schnell und nachhaltig geholfen werden kann.

Konzept

Ein von vornherein klar begrenzter Zeitumfang von ein bis zwei Wochen umfasst die spezifische und individuelle Behandlung von maximal neun Patienten. Dabei werden in zeitlich dicht aufeinanderfolgenden Einzel- und Gruppensitzungen (jeden 2. Tag) Bewältigungsstrategien, Problemlösekompetenzen und andere hilfreiche Fertigkeiten vermittelt. Um den Transfer des Gelernten in den Alltag zu leisten wird zwischen den Sitzungen an Projektaufgaben gearbeitet.
Bei Bedarf kann nach ein paar Wochen ein „follow-up-Wochenende“ in Anspruch genommen werden oder es werden einzelne Themen über Video-Therapie vertieft.

Vorteile

gegenüber einer stationären Behandlung:

  • hoher Alltagsbezug durch ein ambulantes Angebot
  • von vornherein begrenzte Verweildauer
  • verkürzte Arbeitsunfähigkeitszeit
  • Diskretion

gegenüber einer ambulanten Behandlung:

  • Entlastung und Rückzug aus belastendem Umfeld
  • Austausch mit Mitpatienten
  • Auszeit für sich selbst

Ablauf

  • 1-2 Vorgespräche zur Aufklärung und Information
  • 6 Gruppensitzungen à 100 Minuten dreimal wöchentlich
    • Psychoedukation
    • Ressourcenaktivierung und Selbstfürsorge
    • Selbstwirksamkeit und Selbstwert
    • Problemlösekompetenz
    • Kognitive Techniken
    • Expositionstherapie und Emotionsregulation
  • 6 Einzelsitzungen à 50 Minuten verteilt auf zwei Wochen
  • Bezugspersoneneinheiten, flexibel und individuell einteilbar
  • Therapiekonferenzen zur Evaluation gemeinsam mit dem Patienten
  • Koordinierung eventuell nötiger Weiterbehandlungsangebote

Kosten & Anmeldung

  • Abrechnung derzeit für Privatpatienten und Selbstzahler möglich (maximal 1000€ pro Woche)
  • zusätzlich entstehen Kosten für Übernachtung im Kloster und Verpflegung
  • auf freiwilliger Basis können weitere Angebote hinzugebucht werden (Entspannung, Ernährungsberatung, Massage)

Anmeldung

Eine Anmeldung erfolgt derzeit per Mail an info@gesundheit-frauenchiemsee.de.

Das vorgestellte Konzept handelt sich um ein Versorgungsangebot der Privatambulanz Professor Michael Zaudig, mit der die Akademie und Gesundheitszentrum Frauenchiemsee GmbH kooperiert.

Fachliche Fragen beantwortet Professor Michael Zaudig.

Zielgruppe

Das geschilderte Angebot kann folgende Zielgruppe im Besonderen ansprechen:

  • Personen, die eine längere Arbeitsunfähigkeit vermeiden wollen/müssen
  • Personen, die Alltagsbezug benötigen, z.B. Elternteile mit (Klein)Kindern
  • „vorstationäres“ Angebot: als Vorbereitung auf stationäre Interventionen
  • „nachstationäres“ Angebot: Unterstützung des Entlassmanagements