Tagung 2022

Tagung des vfkv e.V. in Kooperation mit dem IFT auf der Fraueninsel:


Meditieren oder digitalisieren? Konträre oder komplementäre Trends in der Psychotherapie?

Wir freuen uns sehr, Sie am 01. April 2022 zu unserer Tagung „Meditieren oder digitalisieren? Konträre oder komplementäre Trends in der Psychotherapie?“ einladen zu dürfen! Die Tagung ist eine Kooperationsveranstaltung mit zwei führenden Münchner Ausbildungsinstituten für Kognitive Verhaltenstherapie – dem vfkv e.V. und dem IFT München.

 

Genießen Sie den Frühling in traumhafter und entspannter Atmosphäre auf der Insel Frauenchiemsee!

 

Es erwartet Sie ein abwechslungsreiches Programm aus Forschung, Theorie und Praxis. Drei renommierte Dozenten zeigen in informationsreichen Kurzvorträgen, interaktiven Workshops und spannenden Diskussionen neue Entwicklungen in der Psychotherapie auf und geben Ihnen praktische Impulse für Ihre psychotherapeutische Arbeit an die Hand.

 

Lassen Sie sich in virtuelle Welten entführen oder das Zusammenspiel von Meditation und Natur auf sich wirken. An unseren Ausstellerständen können Sie technische Innovationen aus den Bereichen Digital Mental Health und Virtual Reality (VR) selbst testen.

 

In Pausen bleibt bei Heiß- und Kaltgetränken und gesunden Snacks Raum für kollegialen Austausch. In der Mittagspause erwartet Sie ein schmackhaftes Mittagsbüffet.

 

Erwerben Sie in einem urlaubshaften Ambiente eine hohe Zahl an Fortbildungspunkten.

Programm

Vorträge und Workshops

Prof. Dr. Andreas Mühlberger, Universität Regensburg

Vortrag: „Virtuelle Realität und Apps als Werkzeuge zur Therapie bei Angst- und stressbezogenen Störungen“

Mini-Workshop: „Virtuelle Realität“

Neben Internet und Künstlicher Intellligenz (KI) wird Virtuelle Realität (VR) ein sehr mächtiges Werkzeug sein, das unsere Gesellschaft maßgeblich prägen wird. Auch im Bereich Psychotherapie werden VR und Apps immer häufiger als Hilfsmittel beforscht und eingesetzt. Ausgehend von der Behandlung von Spezifischen Phobien gibt es inzwischen zahlreiche Befunde, die einen Nutzen und eine Wirksamkeit bei verschiedenen Angststörungen, Stressbezogenen Störungen sowie weiteren Störungen bestätigen. Der Vortrag gibt einen Überblick über die Forschungslage über verschiedene Störungen und Einsatzmöglichkeiten hinweg und zeigt Anwendungsbeispiele, z.B. für die Expositionstherapie bei Phobien oder für Verhaltensübungen bei Sozialen Angststörung, auf. In der Diskussion können die Chancen und Möglichkeiten ebenso wie die Einschränkungen und Gefahren der Anwendung abgewogen werden. Im Workshop besteht die Möglichkeit, selbst eine VR-Anwendung zu erproben.

Prof. Dr. Ulrich Stangier, Goethe-Universität Frankfurt

Vortrag: „Mettabasierte Therapie bei Patienten mit chronischer Depression – eine randomisiert-kontrollierte Studie“

Mini-Workshop: „Von der Metta-Meditation zu Wohlwollenfokussierter Psychotherapie – ein prozessbasierter Therapieansatz“

Hintergrund: Aktuelle Behandlungen für chronische Depression konzentrieren sich vor allem auf interpersonelle Probleme und negative Affekte, weniger aber auf die Förderung von prosozialer Motivation und positiven Affekten. Ausgehend von Erfahrungen in Pilotstudien entwickelten wir eine Kombination von Metta-Meditation (Loving kindness) in der Gruppe und maßgeschneiderter individueller kognitiver Verhaltenstherapie, die sich auf Wohlwollen gegenüber sich selbst und anderen konzentriert (Wohlwollenfokussierte KVT). In einer randomisiert-kontrollierten Studie überprüften wir die Machbarkeit und Wirksamkeit bei Patienten mit chronischer Depression.

Methode: Achtundvierzig Patienten mit persistierender depressiver Störung nach DSM-5 nahmen an Wohlwollenfokussierter KVT oder einer Kontrollgruppe mit Warteliste teil. Veränderungen in der depressiven Symptomatik und sekundären Effektmassen wurden nach der Gruppenmeditation, nach der anschließenden Einzelbehandlung und in einem 6-Monats-Follow-up erfasst. Primäres Erfolgsmaß war ein unabhängiges und blindes Rating der depressiven Symptome nach Behandlung. Darüber hinaus wurden die Selbsteinschätzung von depressiven Symptomen, Verhaltensaktivierung, Grübeln, sozialem Funktionsniveau, Achtsamkeit und Mitgefühl erfasst. In einem strukturierten Interview wurde von einem unabhängigen und blinden Diagnostiker die Emotionsregulation eingeschätzt.

Ergebnisse: Es zeigten sich signifikante Veränderungen in Fremd- und Selbsteinschätzung von Depression, Verhaltensaktivierung, Grübeln, sozialem Funktionieren, Achtsamkeit und Emotionsregulation. Die meisten Veränderungen traten während der Gruppenmeditation auf und waren mit großen Effektgrößen verbunden. Die Verbesserungen blieben bis zum 6-Monats-Follow-up aufrechterhalten. Die Ergebnisse ergeben erste Hinweise für die Wirksamkeit von ohlwollenfokussierter KVT in der Behandlung chronischer Depression.

Prof. Dr. Dr. Michael Zaudig, Ärztlicher Leiter Psychotherapeutisches Gesundheitszentrum und Medizinisches Versorgungszentrum München

Vortrag: „Natur & Psyche“

Mini-Workshop: Weitere Informationen folgen.

Jeder weiß, dass das Ökosystem Erde krank ist. Jeder weiß, dass Natur, eine gesunde Natur, ihm guttut. Aber keiner kann genau sagen, warum das so ist! Wie und warum fühlen wir uns in der Natur gut? Inwiefern beeinflusst sie unsere geistige/seelische Gesundheit? Wie kann sie psychologisches Leid lindern?

Obwohl seit hunderten von Jahren positive Natureffekte auf die Psyche bekannt sind, beschäftigen sich erst seit mehr als 40 Jahren zunehmend mehr Wissenschaftler mit der Beziehung zwischen Psyche und Natur – oder ihrem Fehlen –, sodass die Wirksamkeitsbelege immer deutlicher werden und leider sehr verzögert bei Gesetzgeber*innen, Mediziner*innen und Psychotherapeut*innen Beachtung finden. Die Anzahl an Studien und damit die Erkenntnisse zu diesem Thema steigen exponentiell. Alle wissenschaftlichen Daten zeigen mehr oder weniger ausgeprägt häufig starke Effekte auf Stress, Aufmerksamkeit, Kreativität, verbessertes psychosoziales Verhalten, Reduktion von Depressivität und Angst, vermindertes Schmerzempfinden, Verbesserung von Schlaf, Selbstwert usw. Die Forschungsbefunde zeigen übereinstimmend, dass eine Wiederverbindung mit der Natur nicht nur Symptome verringern, sondern darüber hinaus die allgemeine Gesundheit, Selbstwertgefühl, soziale Beziehungen und persönliches Glück erhöhen kann.

Wie lässt sich gesunde Natur auch in der Arbeit mit psychisch kranken Menschen nutzen? Lassen sich diese Erkenntnisse in psychiatrisches, psychosomatisches und psychotherapeutisches Arbeiten integrieren? Die Einbeziehung der Natur in der Therapie von somatischen und psychischen Krankheiten geht zurück bis in die Antike, war wesentlicher Bestandteil der mittelalterlichen Klostermedizin und der modernen Kurmedizin. Nach einer Skizzierung der Grundlagen der Entstehung und therapeutischen Wirkung des Naturlebens werden Möglichkeiten der Integration dieser Erkenntnisse in den psychotherapeutischen Alltag diskutiert.

 

Aussteller

Zum Thema Digital Mental Health (tba).

Podiumsdiskussion

Leitung: Dr. Helmut Köhler, Vorstandsmitglied vfkv e.V.

Dozenten

Prof. Dr. Andreas Mühlberger

Andreas MühlbergerAndreas Mühlberger ist Psychologischer Psychotherapeut, Supervisor und seit 2012 Inhaber des Lehrstuhls für Klinische Psychologie und Psychotherapie der Universität Regeburg. Sein Psychologiestudium (Diplom) absolvierte er in Würzburg. Er promovierte in Tübingen und habilitierte in Würzburg. Seit mehr als 20 Jahren nutzt Andreas Mühlberger Virtuelle Realität für die Therapie von Angststörungen sowie für Studien zu psychischen und physiologischen Aspekten von Angst und emotionalem Lernen.

 

 

 

Prof. Dr. Ulrich Stangier

Ulrich StangierUlrich Stangier ist Professor für Klinische Psychologie und Psychotherapie, Leiter des Zentrums für Psychotherapie und des Ausbildungsprogramms für Psychologische Psychotherapie der Goethe-Universität Frankfurt. Seine Forschungsgebiete sind Kognitive Therapie von Depression, Angststörungen und Körperdysmorpher Störung, kulturell adaptierte Verhaltenstherapie bei traumatisierten Geflüchteten und therapeutische Kompetenzen. Er ist neben der wissenschaftlichen Tätigkeit als Psychologischer Psychotherapeut, ausgebildet in Verhaltenstherapie und personenzentrierter Psychotherapie, sowie als Supervisor praktisch tätig und Autor einer Reihe von Therapiemanualen. Aktueller Schwerpunkt seiner Forschung sind die Integration von Dritter Welle und Kognitiver Therapie, die Veränderung von kognitiven und emotionalen Verarbeitungsprozessen bei Patienten, Erklärungsmodelle und Werteorientierungen, sowie motivationale Prozesse und Modellbildung in der Therapieplanung.

Prof. Dr. Dr. Michael Zaudig

Michael ZaudigMichael Zaudig studierte an der Ludwig-Maximilians-Universität in München Humanmedizin. Seine psychiatrische und verhaltenstherapeutische Weiterbildung erfolgte am Max-Planck-Institut in München, Bezirkskrankenhaus Kaufbeuren, am Verein für klinische Verhaltenstherapie (VFKV), an der Columbia University of New York sowie am Harvard University Mc Lean Hospital. Von 1979 bis 1991 machte er seine Ausbildung am Max-Plank-Institut für Psychiatrie (1985 – 1991 Oberursel) und von 1992 bis 2016 war er ärztlicher Direktor der psychosomatischen Klinik in Windach und ärztlicher Direktor der Tagklinik Westend in München von 2007 (Gründung) bis 2017. Im selben Jahr ließ sich Michael Zaudig in privater Praxis nieder und begründete das Coaching Institut „Medical Antistress Concepts“ – MASC mit Schwerpunkten Outdoor-Coaching und Persönlichkeitscoaching. Seit 2017 liegt sein Arbeitsschwerpunkt neben der Praxis auf der psychotherapeutischen Akutbehandlung mit begleitender Forschung an dem von ihm 2019 gegründeten psychotherapeutischen Gesundheitszentrum. Im Jahr 2020 eröffnete er die Privatpraxis am Goetheplatz.

Datum und Ort

01. April 2022, 10:15 – 18:30 Uhr
Akademie und Gesundheitszentrum Frauenchiemsee

Informationen zu den Anreisemöglichkeiten und eine genaue Wegbeschreibung finden Sie hier.

Kosten

350,00 EUR

Verpflegung

Getränke und Speisen inklusive

Fortbildungspunkte

Für diese Veranstaltung sind Fortbildungspunkte beantragt.

Anmeldung

HINWEIS: Bis 31. Dezember 2021 erhalten sie mit dem Code „Fruehbucher2021“ 10% Rabatt.

Um das Xing-Modul zur Veranstaltungsbuchung zu laden, klicken Sie bitte auf den untenstehenden grünen Button.

 

Eine Kooperation von:

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